Datum 1957
höchste Platzierung 10
Album Jailhouse Rock
Website http://www.elvis.com/

ZAPPELIGER KLASSIKER HINTER GITTERN

So wirklich lange dauerte die Filmkarriere des 22jährigen Elvis Presley noch nicht an. Nach „Love Me Tender“ (auf deutsch einfach hinreiĂźend mit „Pulverdampf und heiĂźe Lieder“ betitelt) und „Loving You“ („Gold aus heiĂźer Kehle“) folgt mit „Jailhouse Rock“ alias „Rhythmus hinter Gittern“ der dritte Streifen des US-Amerikaners. Nicht dass man Elvis zuviel schauspielerisches Können abverlangte, der Gefängnisfilm des Regisseurs Richard Thorpe glänzt vor allem mit einer zum Teil wirren Aneinanderreihung von Rock’n’Roll-Songs, die der Protagonist Vince Everett bei jeder Gelegenheit zum Besten gibt. Mehr als 30 Lieder zählte das “ Lexikon des Internationalen Films“ und beschrieb das Werk als „billige Produktion“. Allein der Trailer lieĂź mit der AnkĂĽndigung „Elvis Presley in his first big dramatic singing role“ schon nichts wirklich Hochwertiges vermuten, dennoch sahen viele Kritiker einen der besten Auftritte des „Kings“.

In der Rolle des arroganten und selbstherrlichen Frauenheldes, der aus dem Gefängnis heraus die steile Musikerkarriere anstrebt, kann er durchaus ĂĽberzeugen, zumindest aber mit seinem umwerfenden HĂĽftschwung und einem so unglaublich jungenhaften Gesicht, an dem man sich nicht sattsehen konnte und wollte. Vor allem blieb jedoch der Titelsong im Gedächtnis haften. „Jailhouse Rock“ wurde fĂĽr Elvis der zweite Nummer 1-Erfolg in den USA. Verantwortlich hierfĂĽr waren zwei Songschreiber, die dem jungen Shootingstar gleich sämtliche Lieder des benannten Films auf den Leib schrieben: Jerry Leiber und Mike Stoller.

Die beiden verfassten unter anderem Lieder fĂĽr die Drifters und Perry Como in den 50er bis hin fĂĽr Frank Sinatra in die 80er Jahre hinein, wurden auĂźerdem besonders bekannt durch den unzählige Male gecoverten Hit „Kansas City“. Doch die Zusammenarbeit mit Elvis fĂĽr den Film „Jailhouse Rock“ war zweifellos deren MeisterstĂĽck, einschlieĂźlich der gleichnamigen Single. Diese dĂĽrfte wohl zu den bekanntesten Rock’n’Roll-Produkten ĂĽberhaupt gehören. In dem Song geht es um eine Band, die aus Gefängnisinsassen besteht und mit den unterschiedlichsten Instrumenten ordentlich Stimmung macht: „Spider Murphy played the tenor saxophone, Little Joe was blowing on the slide trombone, the drummer boy from Illinois went crash boom bang, the whole rhythm section was the Purple Gang.“

Wer bis dato, 1957, noch dem Rock´n´Roll abgeschworen hatte – spätestens jetzt musste man der stimmungsvollen Dynamik des jungen Elvis gnadenlos verfallen: So hektisch, so temporeich wurde man lange nicht mehr ĂĽber die Tanzfläche gejagt. Platz 1 in den USA und GroĂźbritannien waren die Konsequenz, in Deutschland war man dagegen noch nicht ganz vom Fieber erwischt worden und belieĂź es bei einem mageren 10. Platz.

Aber dem Fanenthusiamus, der nicht nur durch seinen neuestem Kinoerfolg ins Uferlose reichte, konnte der King eh nicht mehr entfliehen, wohlgleich er es verzweifelt versuchte: 1957 bezog er sein neues Anwesen in Memphis namens Graceland, um sich vor dem enormen Ansturm seiner Anhänger schĂĽtzen zu können. Und so wurde Graceland in gewisser Weise im realen Leben sein „Jailhouse“.

Aktuell: Elvis lebt, natĂĽrlich! Offiziell gilt er jedoch seit 1977 als verstorben.

Urteil: Ein generationsübergreifender Klassiker: zappelig und hastig von der Bassspur bis zum Gesang. Der in diesen knapp drei Minuten abgelieferte Wahnsinn steht beispiellos für die Blütezeit des Rock´n´Roll in den 50er Jahren.

Jan

Elvis Presley – Jailhouse Rock

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