DIE SPITZE DES NDW-KABARETTS

Datum 1983
Platzierung  1
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„Man kann ja nicht abstreiten, dass dieses Lied nicht sehr intelligent oder beseelt ist, aber offenbar war es für das breite Publikum genau das Richtige.“ (Quelle) Joesi Prokopetz, einer der Gründer des „Deutsch Österreichischen Feingefühls“ (DÖF) und Begründer des Austropops, interpretiert den Erfolg von „Codo“ noch heute als „Betriebsunfall“. Von all den vielen künstlerischen Projekten, die er über die vielen Jahre auf den Bühnen der Alpenrepublik zum Besten gegeben hatte, war die Single über den raumfahrenden Sternbewohner sowohl Start- als auch ein überaus früher Karrierehöhepunkt für den gebürtigen Wiener. Es sollte ihm nicht schaden.

Genauso wenig wie den anderen Beteiligten, die zunächst unter dem Bandnamen „Tauchen/Prokopetz“ zusammenkamen. Manfred Tauchen, hatte bereits in den 70er Jahren mit Prokopetz eng zusammengearbeitet. Dazu gehörte 1974 das Konzeptalbum „Der Watzmann ruft“, das sich immerhin 250.000 Mal verkaufte. Als Comedy-Duo traten Tauchen und Prokopetz ab 1981 auf, später stießen die Schwestern Inga und Annette Humpe dazu. Inga sollte schließlich dem Song „Codo“ ihre Stimme verleihen.

Codo (laut Angaben der Band die Abkürzung für Cosmischer Dolm oder Cosmischer Depp) „aus der Sternenmitte der dritte von links“ ist im Song Botschafter für die Liebe und damit Gegenentwurf zum „ätzenden“ und „alles zersetzenden“ Herrn des Hasses. Damit wären auch die Lyrics hinreichend erklärt. Nicht nur aufgrund dessen wollte Prokopetz die Plattenfirma daran hindern, den Song zu veröffentlichen – „das ist so ein dummes und kindisches Lied, das wird niemand wollen und niemand spielen“, ließ er die Labelbosse wissen. Doch dann landete „Codo“ auf Platz 1 der deutschen Single-Charts und verblieb dort fünf Wochen. Das Deutsch-Österreichische Feingefühl landete einen Meilenstein inmitten der grassierenden Neuen Deutschen Welle, und wirkte doch zugleich ziemlich fehlplatziert: Die Feingeistigkeit der beiden parodistisch begabten Bühnentalente passte wenig zu den Harlekinaden der Pop-Hedonisten wie Frl. Menke, UKW, Spliff und Konsorten.

Es sollte der einzige Hit für DOF bleiben. Nach eher unauffälligeren Nachfolgern gingen die Humpe-Schwestern ihre Wege, Tauchen konzentrierte sich später auf eine Laufbahn als Kabarettist.

Aktuell: Das Projekt DÖF bleibt ein Relikt aus den 80er Jahren.

Urteil: Sicher einer der kultigsten NDW-Klassiker, der bis heute jede Retroparty bereichert. Wenngleich lyrisch völliger Nonsens, paaren sich die Extravaganz der Protagonisten und die fluoreszierende Engelhaftigkeit von Humpes Chorus-Gesang zu einem gelungenen Gesamtwerk.

DÖF – Codo
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