Datum 1998
höchste Platzierung 9
Album Electro City
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AUF SKATEBOARDS DURCH DEN MÜDEN ABKLATSCH

Selten hat ein Projekt, das mit seinen Techno-Produktionen wie „Hymn“ oder „Friends Will Be Friends“ noch bis 1996 komplett auf der unausstehlichen Happy Hardcore-Schiene entlangfuhr, einen solchen Stilwechsel hingelegt. Vielleicht noch Snap. Oder BlĂŒmchen. Aber da hieß sie ja auch schon Jasmin Wagner. Music Instructor jedoch kehrten nach einer knapp zweijĂ€hrigen Pause mit dem ĂŒberraschend hörtauglich kredenzten Elektropop-Titel „Super Sonic“ ins Bewusstsein der trashverliebten Konsumenten zurĂŒck – und waren damit ebenfalls erfolgreich. Und da sich Mike, Mark und Mark als GrĂŒndungsmitglieder ihrer Sache wohl dadurch noch sicherer waren, berauschten sie sich gleich an jenem Erfolg mit einem ĂŒberraschend Ă€hnlich klingendem Nachfolger, dessen Sound eindeutig dasselbe MischverhĂ€ltnis aufwies wie der VorgĂ€nger. Der Titel: „Rock Your Body“.

Da durfte wohl wirklich nichts dem Zufall ĂŒberlassen werden: Computerstimme, kĂŒhler Synthi-Bass, ĂŒberschaubare Akkordfolge. Und im Musikvideo turnen natĂŒrlich wieder die Breakdance-Azubis von den „Flying Steps“ auf FahrrĂ€dern und Skateboards durch anonyme Baulandschaften. Dazu gibt es folgende anmutig formulierte Lyrics fĂŒr Freunde des gepflegten Karaoke-Abends bei Datteln im Speckmantel und HĂ€hnchen am Spieß: „Everybody in the house calmly jumping to the beat. We let the music play and we break it to the beat. So come on party people let the music in your soul. We got the funky music and there isn’t control.“ Schon irgendwie seicht, oder?

Die Rapparts kamen ĂŒbrigens von einem gewissen Dean Burke, der neben Triple-M (also den drei genannten Produzenten) zu den wesentlichen Pfeilern von Music Instructor II (also in deren Elektro-Dance-Phase) gehörte. In einem Interview mit blackbeats.fm schilderte der Deutsch-Brite die HintergrĂŒnde der Zusammenarbeit – und warum man offenbar nicht auf den Produzenten und Rapper verzichten wollte: „In dieser Zeit war ich ein hungriger MC. Deshalb fiel es ihm sehr schwer etwas ohne mich zu produzieren. So kam es dann plötzlich, dass immer mehr Songs gemacht wurden und meine Arbeit sehr geschĂ€tzt wurde. In ca. zwei Wochen wurde dann das nĂ€chste Album produziert.“

Auf „Electro City“ finden sich ĂŒbrigens einschließlich Remixes insgesamt 16 Songs – das wĂ€ren bei 14 Tagen Arbeitspensum weniger als 1 Tag pro Song. „Rock Your Body“ kann unmöglich mehr als zwei Stunden benötigt haben…

Aktuell: FĂŒr 2010 hatte Burke ein Comeback von Music Instructor angekĂŒndigt. Es wurde offenbar nichts daraus.

Urteil: Ideenloser Abklatsch des VorgĂ€ngers „Super Sonic“ ohne wirklich viel Pep und pulsierenden BĂ€ssen.

Jan

Music Instructor – Rock Your Body
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