Datum 1967
höchste Platzierung 5
Album
Website http://www.dddbmt.com/ger/Main-Ger.html

SUBTILBEFREITER PRĂ„-GLAMSTADIONROCK

Ein kleines Zwischentief – mehr war es eigentlich nicht, was die britische Rockband Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich 1967 „erschĂĽtterte“. Eigentlich hieĂź das lediglich, dass eine der zahllosen im Dauerfeuer herausgeschossenen Veröffentlichungen versehentlich die Top 10 in GroĂźbritannien knapp verpasste. „Touch Me, Touch Me“ wollte nicht so recht zĂĽnden und blieb auf Platz 13 stecken. Aber nun grundsätzlich das bewährte Konzept fluffiger stampfbeatlastiger Mitsinghymnen ĂĽberdenken? Nicht wirklich, lieber gab man dem Gitarristen Ian Amey alias Tich eine Balalaika in die Hand und ging davon aus, dass man damit Originalität vortäuschen und mit ein paar neuen „zigeunerhaften“ Klängen (Zitat Homepage) in die Erfolgsspur zurĂĽckfinden könnte. Und prompt landete „Okay!“ in den UK-Charts auf einem zufriedenstellenden Platz 4.

Dabei offenbarte sich der Song wirklich nicht als revolutionäre Innovation in der Werksammlung dieser Gruppe. Dave Dee dominiert mit seinem gröhlendem Gesang wie gehabt das souveräne Arrangement, das im Prinzip nichts anderes als bĂĽhnenwirksame Kabbeleien unter den Bandmitgliedern während der Konzerte soundtechnisch unterstĂĽtzen sollte. Dave Dee und Konsorten produzierten gewöhnlichen, vor allem jedoch völlig subtilbefreiten Glamstadionrock mit leicht verdaulichen Refrains – und Texten. „Why can’t good things last for always? Why must parting end our dreams? It was okay!“ Oder: „Time for lovers have no meaning. I want all the world to know, that I’m okay!“ Soviel zur lyrischen Quarantäne, die hier wie gehabt vom Texter und Musiker Howard Blaikley geboten wird.

Aber dafĂĽr kassierten die Briten auch die entsprechende WĂĽrdigung, zumindest in Deutschland: Hier landeten Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich in der Liste der erfolgreichsten Beat-Gruppen noch vor den Rolling Stones (Platz 2), den Beatles (Platz 3) und den Kinks (Platz 4) an der Spitze, und die BRAVO verlieh der Band sogar den Goldenen Otto – auf die Plätze wurden die Beatles als auch die Beach Boys verwiesen. Nach „Okay!“ folgten mit „Zabadak“, „The Legend Of Xanadu“ und „Last Night In Soho“ noch drei Top 10-Erfolge in GroĂźbritannien. Dann retten auch keine Balalaikas, Ukulelen oder Mandolinen vor den Abnutzungserscheinungen, die sich das Quintett mittlerweile zugezogen hatten…

Aktuell (2019): Noch 2010 traten die Briten in Deutschland und Großbritannien vor Publikum auf, ohne den 2009 verstorbenen Leadsänger Dave Dee.

Urteil: Standardrock mit trampelndem Rhythmus, der dem begrenzten Repertoire der Band kaum etwas Neues abzugewinnen weiĂź. Aber die Fans waren sicherlich zufrieden.

Jan

Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich – Okay!
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