Datum 1987
höchste Platzierung 4
Album Bad
Website http://www.michaeljackson.com/us/home

ATEMBERAUBEND, IRRWITZIG, GRANDIOS

Platz 20 der laut des Musikmagazins „Rolling Stone“ wichtigsten Alben aller Zeiten, das meistverkaufte zudem und schlichtweg ein Meilenstein der Popgeschichte: Wie um Gottes Willen sollte Michael Jackson den sagenhaften Erfolg von „Thriller“ noch toppen können? Schier unmöglich, und so war bereits früh klar, dass „Bad“ großartig, aber eben doch nur eine stilistische Fortsetzung des 1983er Über-Albums werden sollte. Anders als in den 2000ern, wo seine Versuche, neue Trends auszuspähen und Avancen mit der Hip Hop- und R&B-Kultur der Gegenwart einzugehen, allesamt scheiterten, war er auch 1987 noch absolut auf der Höhe der Zeit. Die Begeisterung um den Superstar nahm apotheotische Züge an, derart dem Göttlichen nahe schien nicht einmal der Papst zu sein.

Das Album gehört zum Kurzweiligsten, was die Popgeschichte der 80er zu bieten hatte, jeder Track ein Hit, jeder Song mit einem satten trockenen synthigeladenen Sound, bis ins kleinste Detail perfekt arrangiert und letztlich vor allem getragen von den eigenartigen Vocals dieses großen Genies. Für den Titelsong war ursprünglich Prince als Duettpartner vorgesehen, dieser lehnte jedoch angeblich dankend ab und verwies darauf, für den Erfolg des Liedes wäre seine Teilnahme nicht wirklich notwendig. Ob dies der Wahrheit entspricht, lässt sich nicht mehr nachvollziehen, das Verhältnis der beiden Musiker galt allerdings eh nie als das beste. Gepasst hätte es wohl ohnehin nicht: Prince als ehemaliges Mitglied einer Straßengang, die sich ihres kriminellen Daseins rühmt und dem Abkömmling seine Hinwendung zum Guten übel nimmt, bis man sich schließlich seinen Ansichten fügt? Für solcher Art vielleicht etwas platten Kurzgeschichten, die Michael Jackson leidenschaftlich gerne in seinen Clips verarbeitete, war dieser eben die beste Besetzung.

Aber wichtiger als die in dem 18minütigen Musikvideo bemüht wirkenden Anfangs- und Schluss-Sequenzen sind vor allem die wieder einmal wahnsinnigen Choreographien (vorgeführt in einer offenbar leerstehenden U-Bahn-Station), bei denen die Kameras angesichts der Dynamik Mühe haben, Schritt zu halten: Wie ein Oberstleutnant führt er die Truppe quer durch das Set und präsentiert dem Zuschauer atemberaubende Moves und Tanzschritte, die man gebannt wie jede seiner irrwitzigen Bewegungen verfolgt. Als Regisseur zeichnete übrigens niemand geringerer als Martin Scorsese verantwortlich.

Der Song selbst ist keineswegs der beste vom Album, „Man In The Mirror“ und „Smooth Criminal“ bilden eindeutig die Glanzlichter. Aber die hohe Intonation von Michaels Gesang, die charakteristischen fünf Akkordstufen, die sich laufend wiederholen und nicht zuletzt die wiederkehrende Refrainzeile „And the whole world has to answer right now, just to tell you once again, who´s bad?“, mit der er die Frage aufwirft, wer denn wirklich gut oder böse in der Welt sei,  all dies sind die Stärken von „Bad“ und eines grandiosen Comebacks absolut würdig.

Aktuell: 2009 verabschiedete sich der „King of Pop“ von allem Irdischen. Die „News“-Seite der offiziellen Michael Jackson-Website lässt sich dennoch stets irgendwie füllen.

Urteil: Grandiose Popmusik mit viel Tempo und schlichtweg unverwechselbar.

Jan

 

Michael Jackson – Bad
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