Datum 1987
höchster Platz in den dt. Charts 2
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SAMPLING-MEILENSTEIN

Das Verwenden von VersatzstĂĽcken bestehender Musik- und Tonaufnahmen, das sogenannte Sampling, ist vor allem im Hip Hop-Bereich inzwischen absolut geläufig. 1987 war dies allerdings noch keineswegs der Fall, und eben darum sorgte das House-StĂĽck „Pump Up The Volume“ in jenem Jahr fĂĽr reichlich Gesprächsstoff. Dabei war der Song mehr oder weniger ein einmaliger „Ausrutscher“, eine eher unglĂĽcklich verlaufene Kooperation der beiden britischen Bands AR Kane und Colourbox, die sich bereits kurz nach der Aufnahme aufgrund rechtlicher Streitigkeiten vom Projekt M/A/R/R/S wieder distanzierten und getrennte Wege gingen. So sollte es bei diesem einen Meilenstein des modernen Samplings – und nicht zuletzt einem klassischen Vertreter der One Hit-Wonder-Gattung – bleiben.

Neben den Musikern waren die beiden DJs Chris CJ Mackintosh und Dave Dorrell sowie der Producer John Fryer an „Pump Up The Volume“ beteiligt, und sie steuerten auch die entscheidenden Elemente zum Song bei: das Vocal Sample von James Browns „Super Bad“, die Drums von Kool & The Gangs „Jungle Jazz“ sowie aus Graham Central Stations „The Jam“, die Trompete aus Tom Brownes „Funkin´ For Jamaica“ und viele weitere mehr: Die Liste der Samples, die in dem britischen Nummer 1-Hit Verwendung fanden, umfasst ganze 26 Einträge, darunter auch „Roadblock“ der Popplastik-Fabrikanten Stock/Aitken/Waterman, die sich mit groĂźer Hingabe gegen die unautorisierte Nutzung der aus jenem Song ausgeschnittenen Vocal- und Saxophon-Samples sträubten und diese deswegen aus diversen Remixes herausstreichen lieĂźen.

Dabei ist der Track ziemlich grandios geworden – entspannter House-Beat, funkige Bassline, präzise eingebaute Soundschnipsel. Wenngleich nicht Martyn, Alex, Rudi, Russel und Steven das Sampling erfunden hatten, offenbarten sie die Kunstfertigkeit, die sich dahinter verbarg und machten diese darĂĽber hinaus enorm populär.

Aktuell: M/A/R/R/S waren ein einmaliges Projekt, auch die beiden Bands AR Kane und Colourbox haben die 90er nicht wirklich ĂĽberlebt. Und auch „Pump Up The Volume“ sowie das geniale Musikvideo mit den aneinandergereihten Ausschnitten aus dem NASA-Archiv dĂĽrfte nur noch wenigen ein Begriff sein.

Urteil: Zu Unrecht: Ein brillant produziertes InstrumentalstĂĽck, das zahlreiche Musiker und DJs inspirierte und der Popmusik neue Impulse verlieh.

Jan

M/A/R/R/S – Pump Up The Volume
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