Datum 1980
höchste Platzierung 9
Album Land Of Gold
Website http://www.goombaydanceband.de

SÜLZIG-DRAMATISIERTE TROPENTANZSUPPE

„Dust and wind and heat, since 14 days in the murdering: sun of the sierra nevada.“ Mit mahnend-affektierten Worten, die bezüglich der Stimmfärbung auch von der Androgynen-Queen Amanda Lear hätten stammen können, leitet Oliver Bendt die insgesamt vierte Single-Veröffentlichung „Rain“ ein. Die Erfolgsserie, welche die Goombay Dance seit deren Gründung 1979 hingelegt hatte, musste wohl den Erwartungsdruck ins Unermessliche getrieben haben: So dauerte es tatsächlich nur lächerliche sechs Monate, bis auf die Debütplatte „Zauber der Karibik“ im Jahr 1980 ein zweites Album folgte, „Land Of Gold“.

Dabei verließ sich das Paar Oliver und Alicia Bendt auf bewährte Tinkturen, mit denen das ganze Spektrum karibischer Popdutzendware durchgetestet wurde. Songs wie „King of Peru“, „Love And Tequila“, „Isle Of Atlantis“ und „Mama Coco“ zeugen von der spitzfindigen Erfolgskalkulation, die der einstige St. Lucia-Auswanderer Bendt bei der Produktion seiner Songs für die Goombay Dance Band an den Tag legte: Tropentanzsounds für die Daheimgebliebenen.

„Rain“ war die erste Auskopplung aus „Land Of Gold“, ein von sülziger Dramatik durcharrangiertes Softdisco-Stück, dessen Musikvideo mit den Aufnahmen von verdorrten Talflächen und kahlen Baumresten das Stück genauso billig visualisiert wie es letztlich auch produziert ist. Der Hintergrundgesang repetiert in Schleife „Sierra Nevada“ und deutet damit offenkundig jenes Kerngebiet bzw. Gebirge an, welches in nervender Heulbojenmanier 4:26 Minuten lang besungen wird. Was für eine Gebirgskette im Song allerdings genau gemeint ist – ob jene in Südspanien, Mexiko oder in den USA -, lässt sich den wenigen Textfragmenten leider nicht entnehmen. So heißt es hier lediglich: „For just one drop of rain we beg you to send. Why don’t you hear our prayer. Should it be all over now? No longer we can stay.“ Derartige Trockenperioden, wie hier lyrisch edel angedeutet, beziehen sich wohl noch eher auf das Hochgebirge im kalifornischen Nevada sowie dessen sich anschließenden weitestgehend unfruchtbaren Gebirgszüge im Südwesten der USA.

Der Song schaffte mit Mühe einen Top-10-Platz in Deutschland (Position 9), danach war es mit der kommerziellen Tequila-Phase hierzulande erstmal vorbei. In Großbritannien erzielte die Goombay Dance Band mit der Anschlusssingle „Seven Tears“ noch einen äußerst dubiosen, mit Gold ausgezeichneten Nummer-1-Erfolg, dann war die Ära des Projekts, das einst mit „Sun Of Jamaica“ einen echten Evergreen in die sonnenentbehrende Welt hinausschickte, endgültig vorbei.

Aktuell: In stark veränderter Besetzung tritt die Goombay Dance Band heute noch auf, der stark in die Jahre gekommene Bandgründer Bandt sorgt auf Minifestivals und Open-Air-Schlagertreffen für Stimmung. Übrigens, für alle, denen eine Übersetzung der Songtexte bis dato zu anstrengend schien: Alle Hits der „Band“ wurden in den letzten Jahren nochmal auf Deutsch aufgenommen. Welch ein Glück.

Urteil: Lustlos aufgedunsene Schlagerdiscosuppe, die mit albernen Lyrics und ein wenig Synthigeschwurbel den zuweilen nicht uncharmanten Exotikflair an seine Originalitätsgrenzen bringt.

Jan

Goombay Dance Band – Rain
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Ein Gedanke zu „Goombay Dance Band – Rain

  • Diese agressive Kritik hätte man sich sparen können!!!!!! Schlimm genug, dass jeder einfach so schreiben kann, wie er lustig ist!!!!!! Diese Kriktik ist eine Beleidigung für alle Goombay Dance Band Fans. Wenn der Verfasser dieses Artikels kein Fan ist, dann ist das so, aber hier dermaßend den Song „Rain“ so schlecht darzustellen, ist für mich schlichtweg unverschämt!!!!!!! Wenn schon Kritik,
    dann bitte aber mit Anstand und Respekt formulieren!!!!!!

    Tina

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