MIT BASSLAUF UND RÖHRENKOMPRESSOR IN DIE DISCOFOX-WELLE
Es war wohl die Mischung aus Disco und Schlager, und dazu noch englischsprachig. Vermutlich aber auch einfach der markante Basslauf und der Einsatz eines Röhrenkompressors beim Mixing, wie der Künstler in einem Interview angab. Was letztlich auch immer den Erfolg von “It’s A Real Good Feeling” ausmachte: Peter Hedrich, Musiker aus dem Ruhrgebiet, ausgebildeter Radio- und Fernsehtechniker, stand mit der Tanznummer augenblicklich im Rampenlicht.
Dabei war Peter Kent, so sein Künstlername, schon länger auf musikalischen Pfaden unterwegs gewesen: sowohl als Ensemble-Mitglied für das Musical “Hair” wie auch als Teil der Vokalgruppe Love Generation, die beim Vorentscheid zum Grand Prix Eurovision 1975 den dritten Platz belegt hatte. Als Solokünstler gelang ihm jedoch der Durchbruch: Platz 1 in den deutschen Charts, 750.000 verkaufte Singles. “It’s A Real Good Feeling” wurde zum Superhit eines deutschen Künstlers auf internationaler Bühne. Und zudem der Auftakt für eine imposante Discofox-Welle in den Tanzschulen.
So verfolgte Kent mit dem Produzenten Harald Steinhauer, dem Arrangeur Hansi Ströer sowie dem Co-Autor Bernie Paul eine klare Strategie: erst die Tanzflächen erobern, um es danach ins Radio und in die Hitparaden zu schaffen. Eine Vielzahl späterer Sommerhits basierte auf diesem Marketingprinzip. Doch ein weiterer Erfolg dieser Größenordnung sollte Kent nicht mehr gelingen.
Dem weitestgehend unprätentiös und geerdet wirkenden Musiker brachte das nicht wirklich aus der Balance, wie man seinen Worten entnehmen kann. Schließlich geht es ihm vor allem darum, der eigenen Leidenschaft nachgehen zu können: “Ich mag diese 80er-Jahre-Sounds. Es sind so viele gute Songs gemacht worden über die Jahrzehnte, und viele Sounds haben sich nicht verändert. Und ich kann immer noch Musik machen. Gott sei Dank!”
Urteil: Mehr groovige Eingängigkeit geht nicht: Der Song überzeugt durch Geradlinigkeit und Rhythmik. Ein Hit, der verdientermaßen zu einem wurde.
