45 MILLIONEN KLICKS ZUM DEBÜT
Er war noch keine 21 Jahre alt, da betrat auch er die inzwischen gut frequentierte Bühne der Deutschrap-Beschäftigten: Fero47, Geburtsname Ferhat Tuncel. Sein Debüt “Jaja” schaffte am 18. Januar 2019 den Einstieg auf Platz 8 der deutschen Charts, um ihn herum besetzten zahlreiche Genrekollegen die weiteren Platzierungen in den Top 10: Shindy (Platz 1), Capital Bra (Platz 3), Farid Bang (Platz 4), LX (Platz 6), Sido (Platz 7) und Mero (Platz 10). Was konnte also Fero47 noch Neues beitragen? Abseits der typischen Rapperbiografien und ermüdenden Aufzählung prädestinierter Luxusmarken?
Da wäre vor allem seine markante Stimme, deren raue Färbung zu seinem Markenzeichen werden sollte. Und da wäre sein Rapstil, bei dem er sich vom französischen Hip Hop inspirieren ließ. Schon als 15-Jähriger nahm er eigene Clips mit seiner Handykamera auf und veröffentlichte diese auf Facebook und Instagram. Seine Community wuchs, und bald – nach seinem Umzug nach Frankfurt am Main – hatte er die ersten Kontakte in die dortige Rapszene. Und schon bald stand seine Debütsingle “Jaja” in den Startlöchern, das Release sollte sich jedoch aufgrund eines Autounfalls um einige Wochen verzögern.
Es schadete ihm nicht: Innerhalb von drei Monaten generierte “Jaja” 45 Millionen Klicks, der Durchbruch von Fero47 vom Maurerlehrling zum ernstgenommenen Deutschrap-Künstler war geschafft. Und die Lyrics seiner recht unprätentiösen, simpel aufgebauten Single machen deutlich, wohin ihn sein weiterer Weg führen sollte: “Einmal nach Rio de Janeiro durch Favelas (pow, pow, pow, pow), Observationen aufm Parkdeck, Diggi, jaja.”
Und auch im Interview mit bigfm ließ der Rapper direkt durchblicken, was von ihm noch zu erwarten war: “Da kommen auf jeden Fall ein paar Sachen, wir haben ein paar Sachen vorbereitet – die sind krank. Also kann nur sagen: Wartet ab, da werden kranke Sachen kommen und das gibt es hier in Deutschland nicht mal, das ist ein anderer Style, was ich jetzt rausbringen will.” (Quelle)
Es wurde zumindest der Eindruck erweckt, der zugezogene Frankfurter hätte die Spielregeln seiner Vorbilder und Förderer auf den Chartsplätzen 1, 3, 4, 6, 7 und 10 schon ganz gut verstanden.
Urteil: Die gewohnten Rapskills, die gewohnten Lyrics, wenngleich immerhin ein Style, der auch Entwicklungspotenzial mitbringt. Abseits davon ist “Jaja” weder von besonderer Originalität noch von den angestrebten französischen Einflüssen geprägt. Sondern Deutschrap, wie man es schon lange kannte.
