BEWÄHRTER ÜBERLEBENSRAP IN ZEITEN DER SEUCHE
„Denn es liegt wirklich alles in meinen eigenen Händen außer Gott und das Wetter. Und von allem, was ich nehme, geb‘ ich mehr als das Doppelte zurück.“ Maximilian Tibor Albert Diehn ist wieder mal in seinem Element. Es geht um ein bisschen Persönlichkeitsstärkung hier, Leistungsorientierung dort, um den immerwährenden Kampf gegen wahre oder imaginäre Gegner, gegen die härtesten Widerstände und die größten Ungläubigen. Vor allem aber um das Überleben auf der Straße und die Notwendigkeit, sich auch gegen widrige Umstände und Neider durchzusetzen. Also eigentlich sehr typischer Kontra K-Stoff, nur mit ein paar charmanten Pfeif-Elementen am Ende. Und mit den typisch epischen Bildern aus seinem Musikvideo, in dem er sich im Eissee als unverwundbares tätowiertes Muskelpaket inszeniert.
Es war die erste Single aus seinem 2021er Album „Aus dem Licht in den Schatten zurück“, welches das erfolgreichste Deutschrap-Album in jenem Jahr werden sollte. Und es sollte zugleich der Auftakt zu seiner für das Ende des Jahres geplanten Tournee „Der Sonne entgegen“ werden. Doch gegen die Unannehmlichkeiten durch eine im chinesischen Wuhan erstmals entdeckten pandemischen Seuche kam Kontra K auch mit seinen reißerischen Mutmach-Lyrics nicht erfolgreich an: Die Tour wurde um ein Jahr auf Ende 2022 verschoben.
Urteil: Kontra K bei „Diese eine Melodie“ mit seinem bewährten Konzept. Für Fans des Künstlers nichts Neues: samtiger, leicht weichgespülter Anspornrap, der sich nahtlos in sein Oeuvre einfügt.
