Datum 1983
höchste Platzierung 1
Album Keep Smiling
Website http://www.laidback.dk/

SONNENDURCHFLUTETE HÄNGEMATTENMUSIK

„The secret of Laid Back has always been to make the difficult easy and the complicated simple.“ (Quelle: Offizielle Website). Bingo, das ist es, das Erfolgsgeheimnis dieses dänischen Popduos namens Laid Back. Wozu raffiniert ausgeklügelte Hooklines, außergewöhnliche Samples, tiefgründige Texte, mit anklagender oder gesellschaftskritischer Intention? Nehmt das, ihr politisierten Alt-80er: „Sunshine, sunshine reggae, don’t worry, don’t hurry, take it easy! Sunshine, sunshine reggae, let the good vibes, get a lot stronger!“ Das ist mal echte sonnendurchflutete Hängemattenmusik, Reggae-Pop zum Abchillen, Durchatmen und Loslassen.

Tim Stahl und John Guldberg hatten allerdings auch deutlich stressigere und nervenzerreissendere Phasen hinter sich, denkt man beispielsweise nur an ihre frühe Zeit mit der Starbox Band, die sie sogar für einen Auftritt ins Vorprogramm der Kinks beförderten, irgendwann in der zweiten Hälfte der 70er Jahre in Kopenhagen. Das Konzert entwickelte sich zu einem Desaster, binnen weniger Minuten hatte sich die Konzerthalle nahezu komplett geleert. Die restlichen Mitglieder der Starbox Band schlossen seitdem mit dem Musikerleben ab, Stahl und Guldberg jedoch keineswegs: Die beiden befreundeten Dänen machten weiter und konzentrierten sich auf elektronischere Produktionen, mit Drum Machine und Synhesizer. Mit „Maybe I´m Crazy“ schafften sie 1981 einen ersten Erfolg in den heimischen Hitparaden, knapp ein Jahr später starteten sie mit „Sunshine Reggae“ dort richtig durch und wiederum ein Jahr darauf wurden die Deutschen von diesem ultimativen Sommerhit heimgesucht. Kaum ein Song könnte relaxter und dank Calypso-Steeldrum und Akkordeon authentischer das Palmen-, Cocktail- und Sandstrandfeeling wiedergeben als jenes „Sunshine Reggae“, das auch im Musikvideo die beiden Jungs beim genüsslichen Kokosnuss-Schlürfen zeigt.

Als Laid Back im September und Oktober 1983 die Chartsspitze besetzten, hatte die Bundesrepublik allerdings auch schon einen echten Rekordsommer hinter sich: Lange Trockenperioden und Höchsttemperaturen bis zu 40,3 Grad (am 27. Juli) sorgten dafür, dass selbst in West-Berlin Uniformierte „ihre Wasserwerfer auf städtische Grünanlagen“ statt „auf „hitzige Demonstranten“ richteten, wie der Spiegel damals zu berichten wusste. Insofern: Hätte dieser Sommer einen besseren Abschluss als mit diesem Ohrwurm finden können?

Aktuell: Die ziemlich furchtbar designte Homepage von Laid Back vermeldet unter den „News“ ganze zwei neue Alben: „Uptimistic Music Vol. 1“ und „Uptimistic Music Vol. 2“, die letzte Single: „Rocketship To Mars“.

Urteil: Hätte die Menschheit je für den Begriff „Urlaub“ ein bestimmtes Stück komponieren müssen, dies wäre dabei herausgekommen. Der erste Exportschlager Dänemarks lieferte den Sommerhit aller Sommerhits.

Jan

Laid Back – Sunshine Reggae
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