Datum 1992
höchste Platzierung in den dt. Charts 1
Album Bad To The Bone / Bad Boys
Website http://www.badboysofreggae.com/

ZEITLOSER SOMMERHIT, DER NUR LANGSAM LANGWEILIG WIRD

Als Ich 10 Jahre alt war, verfügte ich bereits über eine stolze Musiksammlung von fünf BASF-Kassetten. Ich nahm alle Titel selbst aus dem Radio auf, was übrigens viel Hingabe bedeutete. Schließlich wollte ich eine saubere Aufnahme bekommen, möglichst ohne Reingequatsche der Moderatoren und in voller Länge. Also saß ich oft und lange vor dem Radio, stets mit einem Finger in Bereitschaft, jederzeit den Aufnahmeknopf zu drücken. Das Ergebnis war nicht nur eine (fast) einwandfreie Aufnahme von „Sweat (A La La La La Long)“, sondern auch von diversen anderen topaktuellen Songs aus den 1992ern. Mein Musikgeschmack war, damals wie heute, breit gefächert und so kommt es, dass auf einer Kassette plötzlich ein Raggaesong von Inner Circle auf einen Rocksong von Alice Cooper folgt.

Ich bin mir absolut sicher, dass ich nicht der einzige kleine Junge mit einer solchen Sammlung war und schon gar nicht der einzige mit einem Song von Inner Circle. Denn Inner Circle waren streckenweise in ihrer Heimat Jamaika sogar berühmter als Bob Marley! Die Band gründete sich 1968, damals noch unter dem Namen „The Inner Circle Band“. Nach einigen Single-Hits wurde das erste Album „Dread Raggae Hits“ 1973 veröffentlicht. Später dann erfuhr die Band einige personelle Änderungen. Es entstand schließlich eine Gruppierung, die irgendwie stets im Schatten ihres populären Sängers Jacob Miller stand. Das war aber kein Nachteil, denn die Formation wurde ausgesprochen berühmt und beliebt. Diverse Singles und Alben folgten. In den 1970ern war die Band auf ihrem absoluten Zenit.

Dann ereilte die Jungs ein schwerer Schicksalsschlag: Ihr Frontmann Jacob Miller starb am 23.03.1980 bei einem Autounfall. Das führte zur Auflösung der Band. Zwei Jahre später wurde ein neuer Sänger gefunden. Spätestens ab hier wird die Bandbesetzung etwas unübersichtlich. Es sei nur gesagt: Es kamen immer mal wieder neue Bandmitglieder dazu und einige gingen. Das bekannteste Lied weltweit ist wohl „Bad Boys“, welches auch das Titellied der US-Amerikanischen Polizeiserie „Cops“ wurde sowie „Sweat (A La La La La Long)“, das in Deutschland auf Platz 1 kam. Inner Circle gibt es noch heute.

Der Song strahlt Sommer, Sonne, Strand und leckere Cocktails in einer gemütlichen Strandbar inklusive Sonnenuntergang aus. Soviel zumindest zur Musik. Würde ich den Text übersetzen, so bekäme man einen ganz anderen Eindruck. Der Buchstabe „S“ käme dann immer wieder in der Vorstellung vor. Dicht gefolgt von einem „E“ und dem eher selten vorkommendem Buchstaben „X“. Im Grunde erzählt der Sänger davon, dass er eine schöne Frau am anderen Ende des Raums sieht und sie gern anspräche. Dann möge er sie gern zum Schwitzen bringen. Wenn sie dann aufschreie, drücke er noch mehr. Zum Glück braucht es keinen komplizierten Text, um einen guten Raggaesong zu produzieren. „Sweat“ ist ein schöner Sommerhit, der zeitlos, bis in alle Ewigkeit, immer wieder gespielt werden kann.

Aktuell: Inner Circle treten immer noch auf. So zum Beispiel am 10. März in Schönried in der Schweiz. Oder am 13. April in Guatemala.Oder am 13. November in Jamaica. Für alle, die das verpassten, keine Sorge, Inner Circle sind regelmäßig bei allen möglichen Festivals anzutreffen.

Urteil: Ein zeitloser Sommerhit, der zu Recht immer wieder gespielt werden kann. Allerdings ist er fast schon etwas zu eingängig und könnte zu Ermüdungserscheinungen führen. Da ich von Anfang an mit dem Song vertraut bin, ist das der Grund für relativ wenig Punkte.

Ingo

 

Inner Circle – Sweat (A La La La La Long)
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