Datum 2011
höchste Platzierung 8
Album Only One Flo (Part 1)
Website http://www.officialflo.com

PARTYTAUGLICHE KONFEKTIONSWARE

„Schütteln Sie es mit ein wenig Beyonce. Drehen Sie sich um und geben Sie es mir shawty bezahlt. Tun Sie es für sie Mädchen. Sie eifersüchtig sein ohnehin.“ Selbst wenn man mal davon absieht, dass die Übersetzungskünste von Google Translate zumeist ein äußerst bescheidenes Niveau aufweisen – fraglos lässt der Songtext von „Turn Around“ auch in kaputtem Deutsch schnell erahnen, womit wir es hier inhaltlich zu tun haben: Party! Mehr davon im Original? „On stage I wanna be amazed, pop that, drop that, it’s yo birthday. Top that, got that. Work for this stage.“

Als „Turn Around“ Ende 2010/Anfang 2011 in die Clubs und Hitparaden rauschte, war der US-Amerikaner von der Südostküste schon eine Weile dick im Geschäft, „Only One Flo (Part 1)“ sein nunmehr drittes Album und die nackten Frauenhintern in seinen Musikvideos kaum mehr mitzuzählen. Ein furchterregend gestählter Körper, coole Sonnenbrille, coole Tattoos, coole Haltung – den Typen hätte man auch am Eingang des einst berüchtigten „Berghain“ in Berlin vermuten können. Aber statt brennenden Mülltonnen und goldkettenbehangenen Schlägertrupps Beachpartyfeeling mit angeheiterten Damen in knappen Höschen, statt Schießereien und Drogenhandel in der Biografie ein trockenes Studium im Fach „International Business Management“, statt skandalöser Frauendenunzierung bemerkenswerte Weisheiten wie diese: „They always supported me and it gave me a natural respect for women, I know a lot about women, every one is different.“ (Quelle: mirror.co.uk) Einen 50 Cent oder DMX sucht man in Flo Rida also vergeblich, da helfen auch keine goldenen Mikros, mit denen sich der Rapper gerne auf der Bühne schmückt.

Und so ist auch „Turn Around“ weniger Rap als Eurodance, mehr karnevaleskes Elektro-Gehoppel inklusive Yello-Sample als charismatischer Hip Hop. Einziges Bewertungskriteritum: Die Clubtauglichkeit. Sowie, Mr. Dillard? „Du musst auf jeden Fall eine gute Hook bringen. Einen guten, großartigen Refrain, der das Lied trägt.“ (Quelle: hip-hop.de) Bingo, großartig ist hier zwar nichts, aber solides Feiermaterial für flirt- und trinkambitionierte Jungscliquen, die sich am Rand der Tanzfläche erstmal etwas warmwippen möchten, wird hier unzweifelhaft geboten.

Aber lassen wir doch einfach nochmal – während im Geiste die weibliche Powackler-Kavallerie aus dem Musikvideo unsere Sinne betört – noch einmal Google Translate sprechen: „Ich liebe die Art, wie Sie es tun Sie es, um den flo. Zeigen Sie ihnen, wie Sie es mögen, Sie bereit für die Pole. Baby, du kannst es 50 Mal in Folge. Dann rollen.“ Der hat es einfach drauf, der Flo Rida!

Aktuell: 2014 wurde das Album „My House“ veröffentlicht. 2016 kam die Single „Hello Friday“ auf den Markt. Und 2017 liegt eine Tour in den USA an.

Urteil: Rhymes und Rhythmus, alles vorhanden. Flo überzeugt mit hektisch treibendem Rap und dem „Oh Yeah“-Sample, das dem Song eine gewisse Dynamik verleiht. Aber im Refrain bleibt´s lediglich beim „M-dada m-dada m-dada…“ und durchschnittlichem Temperament.

Jan

Flo Rida – Turn Around
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