Datum 2013
höchste Platzierung 1
Album True
Website http://www.avicii.com

VERTRÄUMTER DANCE SONG, DER JEDE TANZFLÄCHE ZUM BEBEN BRINGT

Avicii – Wake Me Up / Foto: Universal Music

Mittlerweile kennt wohl jeder den zunächst etwas seltsam klingenden Namen Avicii. Der Name steht nicht nur für die perfekte musikalische Untermalung gegenwärtiger Musikkultur, sondern auch für tadellos klingenden, total coolen und in jeder Hinsicht formschön abgerundeten House/Dance/Tech House.

Aber wollen wir den Song mal etwas genauer unter die Lupe nehmen. Er startet mit einer akustischen Gitarre, die ein zügiges und an Countrymusik erinnerndes Riff spielt.  Aber mehr noch als das, es erinnert sehr stark an das Riff von Eagle-Eye Cherry – Save Tonight. Allerdings müsst ihr euch diesen Song dann etwas schneller vorstellen. Ehrlich gesagt dachte ich, dass ich einen komischen und viel zu spät veröffentlichten Remix von „Save Tonight“ wahrnehme, als ich „Wake Me Up“ zum ersten Mal hörte. Aber das nur am Rande. Denn sehr viel mehr Ähnlichkeiten haben die beiden Songs nun wirklich nicht. Jedenfalls setzt schon bald eine ziemlich vertraute Stimme ein. Diese Stimme informierte uns früher vehement darüber, dass sie doch dringend einen Dollar brauche. Richtig, es ist Aloe Blacc, der dem Song von Avicii Menschlichkeit verleiht. Nachdem Aloe seinen Part leistete, führt eine minimalistische Bridge, bestehend aus einer Art Pfeife, in den Chorus. Beide, Bridge und Chorus, sind schon weniger countrymäßig, sondern erinnern mich sehr an ein verträumtes, irisches Vokslied. Ich kenne aber nicht genug irische Volkslieder, um behaupten zu können, dass „Wake Me Up“ eine derartige Coverversion sei. Im Chorus geht der Song dann ziemlich ab und reiht sich nahtlos in vorherige Erfolge von Avicii ein.

Avicii selbst erklärte in einem Interview mit dem Daily Star, dass er zusammen mit Mike Einziger (Incubus) die Melodie kreierte. Aber sie hatten keinen Text und keinen Sänger und standen dazu noch unter Zeitdruck. Aloe Blacc war der einzige Sänger, den Avicii in Los Angeles kannte und setzte sich daher mit ihm in Verbindung. Der Rest ist Geschichte…

„Wake Me Up“ ist also eine Art Gemeinschaftsprojekt, wie so oft. Auf den Kommentar, dass Schweden so viel Wohlfühlmusik produziere, weil die Musik das einzige Mittel gegen den spärlichen Sonnenschein sei, lachte Avicii, oder auch Tim Bergling mit bürgerlichem Namen, und antwortete:
“There’s always been so many writers and producers there because it’s small and everybody helps each other out. You kind of inspire each other when you see the success of other people, it makes you want to give it your all.“

„Wake Me Up“ ist tatsächlich ein Wohlfühlsong. Spätestens wenn man auf der Tanzfläche Zeuge wird, wie die Menge bei diesem Song ausrastet und anfängt zu tanzen, wird einem diese Tatsache deutlich. Mir persönlich gefällt der Song schon sehr, allerdings wird er keine Topposition in meiner Bewertung erreichen. Das liegt daran, dass mir der bereits angesprochene irische oder countrymäßige Flair nicht ganz zusagt.

Von Avicii selbst dürfen wir vermutlich noch einiges hören, startete seine Karriere doch gerade erst so richtig durch. „Wake Me Up“ ist nämlich die erste Single des im September 2013 erschienenden Debütalbums „True“. Davor veröffentlichte Avicii schon diverse andere Songs, wobei „Levels“ im Jahr 2011 dann den endgültigen Durchbruch bedeutete. Ich hoffe, dass Avicii mit seinen 24 Jahren noch lange nicht in den Ruhestand geht, denn er ist zweifellos einer meiner absoluten Lieblingskünstler! Nicht nur ich sehe das so; offenbar teilen auch viele andere Menschen meine Meinung, denn er ist momentan auf Platz 3 der Top 100 DJs laut dem DJ Magazine.

Aktuell: Man muss sich das mal vorstellen: Da schreibt ein 26jähriger DJ auf seiner Website in einem „Abschiedsbrief“, dass er seine höchst erfolgreiche Turntable-Karriere an den Nagel hängt. Einfach so. Unglaublich. Mit 26!

Urteil: Sehr cooler Song mit einem verträumten, aber hoffnungsvollen Text. Der Song bringt jede Tanzfläche zum Beben.

Ingo

Avicii – Wake Me Up!
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