Datum 2000
höchste Platzierung in den dt. Charts 8
Album Minor Earth, Major Sky
Website http://a-ha.com/

DANK NOBELPREIS ZUM COMEBACK MIT REKORD

Die 2000er Jahre beginnen im Pop mit einem beeindruckenden und sehr nachhaltigen Comeback: a-ha erobern mit ihrer ersten Single nach einer langer Pause einen Platz in den Top 10.

a-ha schienen bereits Geschichte zu sein. Es sah so aus, als wäre „Shapes That Go Together“ aus dem Jahr 1994 die letzte Chartnotierung des norwegischen Trios. Die drei waren zerstritten, jeder arbeitete für sich, ohne groß aufzufallen: Morten Harkets Soloplatten brachten ebenso wenig einen Hit hervor wie die drei Alben, die Pal Waaktar mit seiner Frau unter dem Namen „Savoy“ aufgenommen hatte. Magne Furuholmen machte Karriere als Maler und Bildhauer.

1998 bekamen die drei Streithähne das Angebot, beim Friedens(!!)nobelpreis-Konzert in Oslo aufzutreten. Erst nach langem Hin und Her rauften sich Morten, Pal und Magne wieder zusammen und beschlossen, das a-ha-Comeback zu wagen. Es war wohl vor allem eine Wiedervereinigung auf professioneller Ebene. Die dicksten Freunde sollten sie nicht werden. Bei Interviews und auch auf der Bühne wirkte die Atmosphäre zwischen Morten und den anderen beiden nach wie vor oft recht eisig.

Trotz dieser Widrigkeiten wurde am 11. Dezember 1998 das Comeback eingeläutet. Zwei Songs durften a-ha bei dem Nobelpreis-Event spielen: Sie entschieden sich für einen ihrer größten Hits, „The Sun Always Shines On TV“, und die Neukomposition „Summer Moved On“, die dann gut ein Jahr später als Single erschien. Mit diesem hymnischen Popsong gelang a-ha nicht nur die Rückkehr in die Hitparaden, sondern auch ein Rekord: Morten singt hier die längste gehaltene Note in einem Charthit: 20,2 Sekunden (zum Nachmessen: im Video ab 2:51. Es handelt sich dabei um eine Erhebung aus den britischen Charts nach http://www.everyhit.com/record7.html. Der Rekord müsste auch für die deutsche Chartgeschichte gelten. Sollte jemand Zweifel haben, kann er ja mal alle Mariah-Carey-Hits zur Kontrolle nachhören).

Über den Erfolg des Comeback-Albums „Minor Earth Major Sky“ waren a-ha selbst sehr überrascht: Er ging weit über die 80er-Jahre-Nostalgie-Fans hinaus. Dazu kam plötzlich Lob von Kritikern, die a-ha früher als Backfisch-Lieblinge oder Teeniepopband mit lustigen Videoclips abgetan hatten. Sogar der strenge Musikexpress wählte „Minor Earth Major Sky“ unter die 50 besten Alben des Jahres 2000. Auch Kollegen wie U2 erkannten in a-ha eine unterschätzte Band, deren Lieder vor kreativen Ideen strotzen. Viele neue Bands geben die Norweger als Inspirationsquelle an. Allen voran sind Coldplay stark vom a-ha-Sound und von Mortens Art zu singen beeinflusst. Davon beflügelt, endlich als Musiker ernst genommen zu werden, lieferten a-ha bis zur endgültigen Auflösung 2010 noch drei weitere erfolgreiche Studioalben ab.

Aktuell: Morten Harkets Soloalbum „Brother“ schaffte im April 2014 immerhin Platz 11 in den deutschen Albumcharts. aha.com hält nach wie vor auf dem Laufenden, wenn es von den dreien – zusammen oder getrennt – musikalische Lebenszeichen gibt.

Urteil: Zeitlos! Schööön! a-ha haben bewiesen: Es gibt doch so was wie erwachsene Popmusik, bzw. man kann wenn man sich treu bleibt, auch jenseits der 40 noch eine gute und würdevolle Figur zwischen den Jungspunden in den Charts abgeben. 8 von 10 Punkten.

Björn Strößner

a-ha – Summer Moved On
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